Simon keine kritische Masse vorhanden ist.In der Auseinandersetzung mit

Simon StorkYear:6 GermanHerr AdamWarum müssen Appiani und Emilia sterben?Graf Appiani und Emilia scheitern beide an der Aussichtslosigkeit, unter den bestimmenden Lebensverhältnissen eigene Menschen zu werden. Bei Appiani liegen die gründe im politischen Zwangssystem des Absolutismus, bei Emilia in dem der bürgerlichen familie. Letztlich scheitern beide an den spiegelbildlichen gesellschaftlichen Zwängen einer Ständegesellschaft, die noch nicht von der Aufklärung und deren Prinzipien erfasst ist. Der gescheiterte Versuch einer Beziehung zwischen der bürgerlichen Emilia und dem adligen Appiani verdeutlicht auf ebenso tragische wie exemplarische Art die inneren und äußeren Zwänge und Hindernisse, die in der Gesellschaft und damit auch in den Personen aus verschiedenen Schichten existieren. Emilia ist gefangen in der Fremdbestimmtheit ihrer bürgerlichen Familie, die es ihr nicht erlaubt oder ermöglicht, sich Ihrer wahren Gefühle bewusst zu werden und diese auszuleben. Sie spürt selbst dass dieses Dilemma immer mehr als Belastung und Bedrohung der Beziehung aber auch für Ihre eigenen Gefühle bestehen wird. Sie erreicht einzig in dem Moment wo sie stirbt einen moment der Selbstbestimmtheit und Freiheit. Emilias beziehung zu Appiani muss scheitern, weil sie als person die Gefühle Appianis nicht erwecken kann. Eine Ehe mit Appiani wurde das unfreie und lust-freie Zwang Muster Familie, unter dem sie leidet fortsetzten. Emilia muss sterben weil sie erfahren hat dass die Verbote der Moral und Religion die Gefühle ihrer Menschlichkeit nicht unterdrücken können.  Appiani steht als Adliger unter einem mindestens ebenso grossen Druck und Erwartungshaltung, der sicherlich auch von seinen Standesgenossen ausgeht. Der Adelsstand als Ganzes erwartet von Appiani eine standesgemäße Beziehung, was hinsichtlich Emilia sicher nicht der Fall ist. Die Beziehung zu Emilia bedeutet für Ihn wohl auch einen Protest gegen diese Erwartungshaltung und einen Ausstieg aus dem damals bestehenden Gesellschaftsvertrag. Es zeigt sich jedoch auch fuer ihn immer deutlicher, dass dieser eigentlich schon politische Protest gegen die bestehenden Machtverhältnisse nicht zu einem Sieg führen kann, da fuer eine Entmachtung der herrschenden Klasse noch keine kritische Masse vorhanden ist.In der Auseinandersetzung mit Marinelli bleibt er zwar moralisch sieger, indem er sich für das bürgerliche Leben entscheidet, er verkennt aber die realen machtverhältnisse denen er zum opfer fallt. Seine beziehung zu Emilia ist zum scheitern verurteilt, weil Appiani diese über Emilias vater, Odoardo, herstellen will. Appiani liebt nicht die Frau Emilia, sondern die in ihr moralisch geprägten prinzipien der Moral und Religiosität. Appiani und Emilia sterben aus verschiedenen gründen. Appiani scheitert, weil er den Ausstieg aus der Welt des Hofes in die bürgerliche Familie der Galottis nicht schafft. Emilia muss feststellen, dass sie zu schwach ist, um ein selbst bestimmtes Leben zu führen in gesellschaftlichen Verhältnissen, die entweder die Macht der Gefühle freisetzen oder ihre Unterdrückung fordern.